Der aktuelle Studienkredite-Test des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) hat ergeben, lokale und regionale Kreditinstitute bieten Studierenden oft bessere Konditionen als die bundesweiten Anbieter. Die Sparkassen in Herford und Leipzig schnitten in allen fünf untersuchten Bereichen sehr gut ab. Von den großen Banken schaffte es nur die Deutsche Kreditbank (DKB) mit ihrem Studenten-Bildungsfonds unter die besten Angebote.
Mindestens 78.000 Studenten haben bisher einen Kredit für Lebenshaltungskosten oder ein Darlehen für Studienbeiträge aufgenommen, wie eine freiwillige Selbstauskunft der Banken im Rahmen des Tests zeigt. Seit in fünf Ländern bis zu 500 Euro Semestergebühr bezahlt werden muss, sind Nachfrage und Angebot sprunghaft angestiegen.
Das CHE legte fünf Kriterien an die Kreditangebote an: Zugangsbeschränkungen, Elternunabhängigkeit, Kosten, Risikobegrenzung und Flexibilität. Besonders wurde bemängelt, die meisten Banken böten nur eine unzureichende Risikobegrenzung. Oft verlangen sie den Abschluss teurer Restschuldversicherungen, sehen keine Deckelung der Rückzahlungssumme vor oder bestehen auch dann noch auf Rückzahlung, wenn sie dem Schuldner über einen langen Zeitraum nicht möglich war.
Positive Aspekte sehen die Forscher vor allem im Zugang und in der Flexibilität. Zinsstundung während der Auszahlungszeit, tilgungsfreie Zeiten direkt danach sowie verbraucherfreundliche Rückzahlungsbedingungen, die auch außergewöhnliche Tilgungszahlungen zulassen, erleichtern den Studierenden den Umgang mit dem Schuldenberg. Auch seien die meisten Kredite unabhängig vom Einkommen der Eltern und die wenigsten Anbieter wollten den Studienverlauf genau kontrollieren.
Die KfW-Förderbank vergab bisher 23.000 Studienkredite und liegt damit mengenmäßig an der Spitze. Zwar sei das Angebot gemessen an Kosten und Flexibilität nur Mittelmaß, biete aber "Sicherheit, faire Konditionen und gewährt fast jedem Studenten einen Kredit, ohne Bürgschaften zu verlangen", sagte einer die Autoren der Studie, Ulrich Müller, der Financial Times Deutschland (FTD). Erfolgreichster Privatanbieter ist die Deutsche Bank, die trotz vergleichsweise hoher Zinssätze bisher 7.800 Verträge abschloss.
"Den Banken geht es um Kundenbindung, aber sie wollen auch Gewinne machen", zitiert die FTD den Finanzdienstleistungsexperten Georg Wübker. Deshalb gebe es sehr günstige Angebote mit weniger strengen Bonitätsprüfungen und niedrigeren Zinsen als bei Konsumkrediten üblich. Damit sich das lohnt, müssen die Banken die Bonität ihrer Kunden anderweitig bewerten. Nach Ansicht von Wübker liegt hier ein wichtiger Vorteil der lokalen Banken: Sie kennen ihre Kunden gut und können so auch das Ausfallrisiko einschätzen.